Neue Studienergebnisse

Kann intensives Intervalltraining das Altern bremsen?

Anna Hackbarth, 27. März 2017

So sehr wir es uns auch wünschen: Dem Altwerden kann keiner entfliehen. Forscher wollen nun jedoch herausgefunden haben, dass hochintensives Intervalltraining (HIIT) den Prozess verlangsamen kann.

HIIT – vier Buchstaben, die seit geraumer Zeit durch Social Media, Blogs und Magazine geistern. Aber was steckt eigentlich genau dahinter? Fitnessfans wissen längst, dass HIIT für High Intensity Interval Training steht. Für alle anderen sei kurz erklärt: Es handelt sich dabei um eine Trainingsmethode, bei der sich hochintensive Einheiten mit kurzen Regenerationspausen oder leichteren Übungen abwechseln. Das kann etwa ein kurzer Sprint sein, auf den Joggen folgt oder man tritt mit voller Kraft in die Pedale und radelt anschließend entspannt weiter. Drei bis vier Wiederholungen mit abwechselnd intensiver und gemäßigter Belastung reichen dabei bereits aus, um unseren Körper richtig auf Trab zu bringen.

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Gewichtsreduktion & Ausdauer

Studien konnten zudem beweisen, dass sich mit kürzerem Training mehr Fett verbrennen lässt als mit einem ausdauernden Cardiotraining. Die kurzen, ultraharten Einheiten lösen einen Nachbrenneffekt aus, der noch bis zu 48 Stunden nach der Belastung dafür sorgt, dass der Körper Energie verbrennt.

Für ihre Studie untersuchten Wissenschaftler der Mayo Clinic in Minnesota insgesamt 72 Teilnehmer, darunter 36 Männer und 36 Frauen im Alter zwischen 18 und 30 sowie zwischen 65 und 80. Weiterhin teilte man die Probanden in drei gemischte Gruppen ein, die über einen Zeitraum von drei Monaten unterschiedliche Trainingsprogramme durchliefen.

Welche Rolle spielen die Mitochondrien?

Hierbei konnten die Studienleiter feststellen, dass sich die Gesamtleistung aller Probanden, die Sport getrieben hatten, verbesserte. Zudem sank das Diabetesrisiko der Teilnehmer. Bei einem genaueren Blick auf die Zellen zeigte sich zudem, dass ausschließlich das hochintensive Training einen positiven Effekt auf die Leistung der Mitochondrien hatte. Diese gelten als Kraftwerke des menschlichen Körpers. Ähnlich wie Benzin im Motor muss die Energie, die wir mit der Nahrung aufnehmen und durch das Blut in die Zellen gelangt, verbrannt werden, um von unserem Köper genutzt werden zu können. Diesen Job erledigen die Mitochondrien.

Im Alter jedoch verlangsamt sich dieser Prozess. Zellen werden beschädigt und funktionieren nicht mehr wie sie sollen. Das Resultat: Wir altern. HIIT kann diesem Vorgang offenbar entgegenwirken. So verzeichneten die Forscher in Gruppe 1 eine deutliche Steigerung der mitochondrialen Kapazität. Bei den jüngeren Teilnehmern lag diese bei 49, bei den älteren sogar bei 69 Prozent.

Gute Neuigkeiten also für alle, die nach einem anstrengenden Arbeitstag keine Zeit und Lust haben stundenlang im Fitnessstudio zu schwitzen? Kurzes intensives Training als Schlüssel zur ewigen Jugend? Klingt fast zu schön, um wahr zu sein.


Weitere Studien müssen folgen

Tatsächlich gilt es, die Ergebnisse der Studie noch weiter zu überprüfen. Die geringe Zahl an Probanden müsse weitere Studien nach sich ziehen, erklärt Diplom-Sportwissenschaftler und Ernährungscoach Ralf Ohrmann gegenüber STYLEBOOK.de. „Regelmäßiger Sport im Allgemeinen kann den Alterungsprozess verlangsamen. Inwiefern HIIT dies zu einem höheren Grad tut als ein normales Training, müssen Langzeitstudien erst noch zeigen“, so der Experte. Er sei da grundsätzlich skeptisch: „High Intensity Intervall Training ist ja erst seit kurzer Zeit auf unserem Trendsportradar. Natürlich will man damit eine gewisse Zielgruppe erreichen.“ Vieles sei da auch ein Stück weit Marketingstrategie.

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Außerdem sei so ein hochintensives Training nicht für jeden geeignet und sollte nur unter Aufsicht betrieben werden: „Menschen mit gesundheitlichen Problemen wie etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten lieber die Finger davon lassen. Und auch Einsteigern rate ich ab“, so Ohrmann. „Man sollte schon eine gewisse Grundfitness mitbringen. HIIT kombiniert Ausdauer- und Krafttraining. Zudem sind die Pausen- und Regenerationszeiten sehr viel geringer als bei einem gemäßigten Workout, wodurch der Körper natürlich stärker belastet wird. Im Extremfall droht sogar ein Herzinfarkt.“

Zeitsparendes Power-Training

Couchpotatoes mit Fitnessambitionen sollten sich auf jeden Fall erst einmal mit klassischen Workoutvarianten begnügen, für echte Sportskanonen empfehle sich das Trainingsprogramm aber durchaus. „Am Ende bringt ein intensives Intervalltraining alle Vorteile mit, die auch jedes andere Workout hat – gesetzt den Fall, dass man das Ganze regelmäßig betreibt. Zudem ist HIIT auch sehr zeitsparend:  Eine Einheit von 15-20 Minuten ist so effektiv wie 60-80 Minuten eines normalen Trainings“, sagt Sport-Experte Ohrmann.

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