„Noch so ein Diät-Trend“ oder wirklich effektiv?

Das steckt hinter der Golo-Kur

Laura Pomer, 31. Januar 2017

Kalorien zählen ist out, Golo ist in – angeblich auch bei Stars wie Model Miranda Kerr (33) oder Schauspielerin Kate Hudson (37). Wie die Diät funktioniert, die Anhänger als eine Art „Stoffwechselrevolution“ bezeichnen, und ob sie tatsächlich das Bauchfett schmilzen lässt? STYLEBOOK.de klärt auf.

Diäten im klassischen Sinne locken kaum mehr jemanden hinterm Ofen hervor. Viel beliebter: Stoffwechselkuren, die ohne Kalorien zählen auskommen und stattdessen eine bewusste Auswahl von Lebensmittel(-bausteine-)n vorsehen. Der neueste Trend in diese Richtung nennt sich Golo – und auf den sollen auch Promis wie Victoria‘s Secret Model Taylor Hill (20) schon schwören. Und was die so futtert, sieht ganz und gar nicht nach Einschränkungen aus: 

Good bye paradise 😭☀️❤️ @romeestrijd

Ein von Taylor Hill (@taylor_hill) gepostetes Foto am


Golo ist DIE Trend-Diät
Ähnlich wie bei der klassischen Low-Carb-Diät nach Robert Atkins legen Golo-Fans ihren Ernährungsschwerpunkt auf Eiweiß, wagen sich aber auch an Kohlenhydrate – vorzugsweise an die „guten“, also Vollkorn- statt Weißmehlprodukte, braunen statt weißen Reis sowie Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse. Lediglich sehr Zuckerhaltiges, Fast Food und Fertiggerichte, die dank ihrer „schnellen“ Kohlenhydrate Heißhungerattacken verursachen können, sollte man relativ streng vom Speiseplan streichen.

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Nulldiät klingt anders! Dennoch sollen binnen 30 Tagen die Pfunde purzeln – nicht zuletzt der speziellen Vorbereitungsphase wegen. Die soll dem Körper dabei helfen, ganz im Sinne des Abnehmwilligen zu funktionieren.

Das Geheimnis: die drei Phasen der „Diät“
Wie Golo-Erfinder Keith Ablow in seinem Buch „The Insulin-Resistance Diet: How to Turn Off Your Body‘s Fat-making Machine“ erklärt, führt eine sehr zuckerreiche Ernährung, wie sie heutzutage normal geworden ist, zu Insulinresistenz. Dadurch reagieren die Körperzellen vermindert auf das Hormon, das im menschlichen Körper für verschiedene wichtige Stoffwechselprozesse verantwortlich ist. Die Konsequenz: Die Regulierung des Blutzuckerspiegels und die Umwandlung von Zucker in Energie wird nachhaltig beeinträchtigt, der Zuckerspiegel sinkt. Das kann nicht nur das Abenhmen erheblich erschweren, sondern sogar zu Diabetes Typ 2 führen.

In diesen drei Schritten soll die Golo-Diät den Abnehmmechanimus wieder auf Trab bringen:

Schritt 1: In den ersten Tagen schreibt der Golo-Speiseplan Rezepte vor, die Proteine, Kohlenhydrate UND Fette in einer bestimmten Zusammensetzung beinhalten. Das soll den Stoffwechsel systematisch ankurbeln.

Schritt 2: Nun wird damit begonnen, begleitend zu den Mahlzeiten bestimmte Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen, unter anderem Leinöl. Die enthaltenen pflanzlichen Wirkstoffe sollen sich günstig auf den Insulinspiegel und hartnäckige Fettspeicher auswirken.

Schritt 3: Genug gespachtelt, jetzt ist Power-Workout angesagt. In der dritten Phase fangen Golo-Anhänger mit gezielten Trainingsprogrammen an und freuen sich angeblich schon nach 30 Tagen über große Abnehmerfolge. Kann das sein?

Das sagt der STYLEBOOK-Experte
‚Wieder so eine Trend-Diät, die nichts bringt!‘ Diese Antwort haben wir eigentlich von Sven-David Müller, Ernährungswissenschaftler und Buchautor („Die 50 besten Blutzucker-Killer“, Trias Verlag) erwartet. Tatsächlich aber gibt er für die Golo-Diät nicht bloß grünes Licht – er bezeichnet sie sogar als einen alten Hut! „Dass ein gesunder Blutzuckerspiegel für das Abnehmen das A und O ist, weiß man bereits seit 1970“, erklärt er. Darum sei Insulinwirksamkeit bei den meisten Diäten ein großes Thema.

Deshalb kann es wirklich funktionieren:
„Positiv ist, dass hier gesunde Ernährung und Bewegung vorgesehen sind“, erklärt uns der Experte. Diese Kombination könne sich tatsächlich positiv auf die Blutzuckerwirksamkeit auswirken – schließlich begünstigen vorhandenes Übergewicht und ein Leben im Sitzen die Insulin-Resistenz. Auf Lebensmitteln mit hohem glykämischen Index zu verzichten, helfe ebenso dabei, den Blutzuckerspiegel in gesunden Ebenen zu halten. Einzig das mit dem Abnehmwunder nach 30 Tagen würde Müller nicht unterschreiben: „Bei keiner Diät der Welt kann man im Zeitraum von nur einem Monat mehr als drei bis fünf Kilo abnehmen!“

Fazit:
Die Golo-Diät ist zu empfehlen, verspricht aber zu schnell zu viel. Man sollte ihr Prinzip daher als Basis einer langfristigen Ernährungsumstellung nehmen. Sich zu bewegen und gesund zu ernähren – sprich weitestgehend auf zuckerreiche und stark verarbeitete Lebensmittel zu verzichten – zahlt sich auf jeden Fall aus, erfindet das Rad aber tatsächlich nicht neu…