Kein Scherz!

Musik beeinflusst Geschmack von Bier

Laura Pomer, 06. Januar 2017

Das Feierabend-Bierchen schmeckt heute bitterer als sonst? Dann sollten Sie vielleicht den Radiosender wechseln. Immerhin soll der Geschmack des beliebten Gerstensafts sich verändern, je nachdem, welche Musik man dazu hört. Klingt wie ein Scherz – ist aber das Ergebnis einer belgischen Studie.

Ihnen ist heute nach Balladenmusik, untermalt von der sanften Stimme Sir Elton Johns (69) oder von Soul-Queen Alicia Keys (35)? Dann könnte das Bier Ihnen etwas süßer munden als sonst!

, erklärt es Psychologe Felipe Reinoso Carvalho gegenüber der britischen „Daily Mail“. Und tatsächlich sollen gleich mehrere Studien unter seiner Leitung belegen, dass unterschiedliche Musik konkrete Auswirkungen auf den Geschmack von Bier hat, genauer gesagt: das Bier sauerer, bitterer oder lieblicher schmecken lässt.

Der Ton macht die Musik – und den Geschmack!
Die Untersuchung, durchgeführt an der Brüsseler Vrije Universität, folgte auf eine Aktion zwischen dem Belgischen Brauereikonglomerat Brussel BeerProject und der britischen Band „The Editors“. Für deren Song „Salvations“ sollte ein passendes Bier entwickelt werden, quasi die perfekte, süffige Begleitung. Und, Überraschung: Mit dem melancholischen Track in den Ohren schmeckte Probanden das spezielle Bier viel intensiver.

Um dem Phänomen auf den Grund zu gehen, stellte Carvalho ein Forscherteam zusammen und veranlasste gleich mehrere Studie. Bei der ersten, veröffentlicht im Fachjournal „Beverages“, wurden 75 Teilnehmern nacheinander zwei Sorten helles Pale Ale und ein Weizen zum Probieren gegeben und dabei jeweils unterschiedliche Klänge vorgespielt. Danach gaben sie an, welcher Sound am besten zu welchem Bier passte. Das Ergebnis: Den bitteren Bieren wurden die Titel mit den tieferen Tönen zugeordnet.

Um die Erkenntnis zu überprüfen, wurde eine weitere Untersuchung durchgeführt, diesmal mit 340 Probanden. Wie im Fachblatt „Food Quality and Preference“ nachzulesen ist, empfanden diese den Geschmack des vorgesetzten Bieres als um 16 bis 20 Prozent süßer, wenn dabei beispielsweise hohe Piano- oder Flötentöne erklangen. Blecherne Klänge, tiefere Stimmen, Trompeten- oder Posaunenmusik, veränderte den Geschmack ins Bittere, schrille Töne sorgten für eine gewisse saure Note.

Lust auf den Selbstversuch?
Unglaublich? Man kann es sogar selbst ausprobieren! Wenn Sie sich heute nach Feierabend ein kühles Blondes gönnen, dann vielleicht einfach mal zu folgenden Klängen, die Carvalhos Erkenntnisse erlebbar machen sollen:


Geschmacksache? Ja, aber...

Ob es nun wirklich stimmt oder nicht, kann ohnehin jeder nur für sich selbst beurteilen. Falls ja, sollte man in einer Bierstimmung jedenfalls nicht gerade Musik von US-Popstar Taylor Swift (27) oder Selena Gomez (24) auflegen: Ihren schrillen Stimmen wird eine säuerlich-machende Wirkung nachgesagt. Und saures Bier trifft wohl niemandes Geschmack.