Mehr als nur nervig

Ab wann wird nächtliches Schnarchen zur Gefahr?

17. März 2017

Mit einem schnarchenden Partner das Bett zu teilen, kann richtig an die Nerven gehen, der dauerhafte Geräuschpegel raubt empfindlichen Menschen schnell den erholsamen Nachtschlaf. Hat der Betroffene zusätzlich Atemaussetzer, wird das Schnarchen sogar für ihn selbst gefährlich.

Sägen, knattern, röcheln, dann schimpfen, knuffen oder treten: Wenn man mit einem Schnarcher das Bett teilt, kann von erholsamer Nachtruhe oft keine Rede mehr sein.

Ersticken können Betroffene nicht

Ersticken können Betroffene dabei zwar nicht, erklärt Hans-Günter Weeß, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM): „Wenn der Sauerstoffgehalt im Blut sinkt, weckt der Körper den Betroffenen, damit er wieder atmet.“ Allerdings haben manche Menschen 50 und mehr Atemaussetzer pro Stunde. Die ungesunde Konsequenz: „Der Tief- und Traumschlaf wird unterdrückt. Es ist kein erholsamer Schlaf mehr möglich“, so der Experte.

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Außerdem muss das Herz durch den Sauerstoffmangel und den entstehenden Unterdruck im Brustraum mehr leisten, der Blutdruck steigt und das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall ebenso. „Das ist keine Bagatelle“, betont der Schlafmediziner. Nicht nur vom Schnarchen, sondern auch von der Schlafapnoe betroffen seien etwa jeder vierte Mann und jede siebte Frau im mittleren Alter, ergänzt Prof. Ingo Fietze, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums der Charité Berlin.

zu enger oder instabiler Atemweg

Hinter behandlungsbedürftigem Schnarchen mit Atemaussetzern steckt in der Regel ein zu enger oder instabiler Atemweg zwischen Gaumen und Kehlkopf, erklärt Joachim Maurer von der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie.

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Wenn der Partner Atemaussetzer bemerkt oder der Schnarcher sich tagsüber sehr müde fühlt, sollte er sich untersuchen lassen. Im Schlaflabor oder bei einer ambulanten Messung zu Hause wird die Atmung an der Nase, am Brustkorb und am Bauch sowie die Sauerstoffkonzentration im Blut gemessen, erklärt Fietze. „Ab zehn Sekunden Atempause spricht man von einer Apnoe, ab fünf Apnoen pro Stunde Schlaf von der Krankheit Schlafapnoe“, erklärt Fietze.

Schienen & MAsken sollen helfen

Die Therapie richtet sich nach der Ursache des Schnarchens. So gibt es spezielle Schienen, die im Mund getragen werden und den Unterkiefer samt Zunge vorverlagern. Auf diese Weise soll der Atemweg erweitert werden, erklärt Weeß. Eine andere Möglichkeit ist die nächtliche Überdruckbeatmung: Der Betroffene schläft mit einer speziellen Maske, die für einen leicht positiven Luftdruck sorgt. Das soll stabilisierend wirken und verhindern, dass sich der Atemweg verschließt.

„Der Lärmpegel beim Schnarchen kann die Lautstärke eines vorbeifahrenden Lkw erreichen“, sagt Weeß. Aber auch wer „nur“ schnarcht, kann seinem Partner zuliebe etwas dagegen unternehmen: Auf Alkohol verzichten, Übergewicht reduzieren und nicht auf dem Rücken schlafen – Maßnamhen, die laut Weeß postive Effekte nach sich ziehen können. Dabei helfen spezielle Westen, die die Rückenlage verhindern. Im besten Fall hat der Bettpartner dann endlich seine Ruhe. Und einen erholsamen Nachtschlaf.

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