Kendall Jenner schwört drauf

Können pinke Wände beim Abnehmen helfen?

Friederike Ostermeyer, 10. Januar 2017

Topmodel Kendall Jenner (21) schwört seit neustem auf eine ganz bestimmte Wandfarbe: Das Baker-Miller-Pink. Ursprünglich wurde sie dafür entwickelt, um Häftlinge zu beruhigen. Doch angeblich hat sie auch eine appetithemmende Wirkung.

Klar, Models müssen auf ihre Figur achten. Dafür greifen sie nicht selten zu den skurrilsten Abnehm-Methoden. Kendall Jenners neuster Trick, berufsschädigenden Appetit zu zügeln ist nicht etwa eine Diät – sondern eine Farbe. Kein Witz!

Erst vor wenigen Wochen postete Kendall dieses Foto über ihren Instagram-Account. Darauf zu sehen: ein mit Kunstschnee berieselter Weihnachtsbaum vor einer kreischend pinken Wand. Geschmacklich vielleicht nicht jedermanns Sache, aber zunächst einmal nichts Ungewöhnliches.

kenny's pink xmas

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Kendall Jenner auf Pink-Diät
Jetzt verriet das Model über seinen Blog „kendallj“ was es mit diesem Bild, genauer mit dieser Farbe, wirklich auf sich hat: „Ich war mit Freunden bei einem Dinner, die erst kürzlich die ‚Human Condition’-Ausstellung in einem ehemaligen Krankenhaus in L.A. besucht hatten. Sie erzählten mir von diesem Raum, dessen Wände im Baker-Miller-Pink gestrichen sind.“ „Mir war sofort klar, dass ich diese Farbe in meinem Haus brauche“, so Kendall. „Schließlich habe ich jemanden gefunden, der mir mein Zimmer streicht, und ich liebe es!“

swim in the light

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Ursprünglich für aggressive Häftlinge entwickelt
Dass Farben unsere Stimmung beeinflussen können, ist kein Geheimnis: So muntert zum Beispiel Rot auf und Blau wirkt entspannend. Vor diesem Hintergrund wurde in den USA Ende der 1970er-Jahre auch das Baker-Miller-Pink, benannt nach zwei Gefängnis-Direktoren, entwickelt, mit dem Ziel aggressive Insassen binnen 15 Minuten zu beruhigen. Die schrille Farbe half angeblich tatsächlich, randalierende Rowdies zu beruhigen – das wollen zumindest zahlreiche wissenschaftliche Studien seitdem belegt haben. Und nicht nur in den USA, auch eine Zelle in den Justizvollzugsanstalten von Dortmund und Hagen wurden zwischenzeitlich im knalligen Baker-Miller-Pink gestrichen.

Never forget your roots. #bakermillerpink #drunktankpink #FF91AF

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Welcome. 💘👮🎀 #bakermillerpink #drunktankpink #FF91AF

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Doch lässt dieses Pink auch Pfunde purzeln?
„Auf gar keinen Fall!“, sagt Farbpsychologin Silvia Regnitter-Prehn. Seit über 30 Jahren beschäftigt sich die Expertin mit der Wirkung von Farben und gerade Pink ist ihrer Meinung nach weder zum Abnehmen und schon gar nicht zur Entspannung geeignet: „Pink ist eine aufregende Farbe, die mitunter sogar aggressiv machen kann.“

Das mussten auch die Vollzugsbeamten von Dortmund und Hagen nach kurzer Zeit feststellen; Von Ruhe nämlich keine Spur. Die meist männlichen Insassen fühlten sich von der Farbe sogar obendrein gedemütigt, weil die Farbe einfach viel zu weiblich ist. Die Zellen sind mittlerweile wieder weiß und das Baker-Miller-Experiment, zumindest in Deutschland, als gescheitert und ad Acta gelegt.

Der Glaube versetzt Berge
Doch für Regnitter-Prehn ist es trotzdem keinesfalls ausgeschlossen, dass Kendall sich in ihrem neuen Zimmer rundum satt und zufrieden fühlt: „Die Macht der Gedanken ist manchmal stärker. Wenn man sich einredet, dass diese Farbe satt hält und entspannt, dann kann das tatsächlich funktionieren. Man muss nur fest genug dran glauben. Die Farbe selbst hat damit nichts zu tun.“

Schaut man sich das Baker Miller-Pink einmal genauer an, dürften die meisten es irgendwann satt haben, sich diese kreischende Farbe weiter anzusehen. Als Appetithemmer für die Augen dürfte es demnach wesentlich zuverlässiger wirken als für den Magen.