Zu schade zum Verstecken

Diese Dessous soll jetzt jeder sehen

14. Juni 2017

Ein- und Zweiteiler aus Jersey, aber auch hauchfeine Modelle mit Spitze erobern in diesem Jahr nicht nur den Dessous-Markt, sondern auch die Damen-Oberbekleidung.

Was wir drunter tragen, das darf nur der Liebste sehen? Schnee von gestern! Wie Gerd Müller-Thomkins vom Deutschen Mode-Institut in Köln erklärt, feiern die Wäschedesigner in dieser Saison ein Bekenntnis zur natürlichen Nacktheit. „Wäsche ist eine Selbstverständlichkeit geworden und kann daher auch offen getragen werden.“ Feminin, natürlich, verführerisch – so sieht das Ganze dann aus, wenn es fertig ist.

Der Spitzen-Body erobert die Oberbekleidung

Der vornehmlich sportliche Aerobic-Einteiler wurde ja schon in den 80er Jahren wie ein normales Oberteil behandelt. Neu ist jetzt, dass auch verführerische Stücke aus Spitze mit transparenten Elementen – eben richtige Unterwäsche – zur Alltagsgarderobe kombiniert werden. Mit etwas Mut und dem entsprechenden Körpergefühl lassen die sich derzeit, zumindest aus Sicht der Modebranche, gut und gerne anstelle von Shirt und Top tragen.

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Und noch weniger Stoff geht natürlich auch, etwa mit Bralettes als Oberteil. „Das Bralette ist ein Bustier mit viel Spitze“, erklärt Alexandra von Richthofen, Redakteurin der Fachzeitschrift „Textilwirtschaft“. Dieser hat meist keinen Bügel, eignet sich daher vor allem für Frauen mit kleinen Körbchengrößen.

Wer seine Dessous zwar zeigen, seinen Körper aber weniger offenherzig zur Schau stellen möchte, dem rät die Modeexpertin von Richthofen zu folgender Kombination: „Ein weißes Bralette mit feiner Spitze bis zu den Trägern unter einer weißen Bluse.“ Dezent und zugleich verführerisch schimmert die Spitzenwäsche durch die Bluse hindurch – und wird so gleich einem weitern Trend gerecht: Weiß feiert bei den Dessous ein Comeback.

Aber die Mode bietet oft ja auch einen Kontrast an. In dieser Saison ist es der exzentrische Bondage-Stil bei den Dessous, inspiriert von der erfolgreichen Buch- und Filmreihe „Shades of Grey“. Die Dessous zieren teils aufwändige Schnürungen, ein Mix aus Spitze, Satin sowie kräftiges Rot und Schwarz. „Zwar sieht man die Frau hier mit erstaunlich viel Stoff, dieser wird aber permanent durch Ein- und Zwischenblicke unterbrochen“, sagt Müller-Thomkins. „Es ist die Fülle des Nichts.“

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