Von Heidis Villa in den Dschungel

Das schrille Leben der Gina-Lisa Lohfink

Beatrix Böhm, 13. Januar 2017

Neun Jahre ist es her, dass TV-Deutschland das blonde Mädchen Gina-Lisa Lohfink kennenlernte: 2008 bewarb sich die Hessin mit der frechen Schnauze bei Heidi Klum für den Titel „Germany's Next Topmodel“. Am Freitag schlägt die mittlerweile 30-Jährige im RTL-Dschungelcamp auf. Dazwischen liegt fast eine Dekade schier unglaublicher Schlagzeilen.

Zunächst war Gina-Lisa Lohfink Arzthelferin und Miss Darmstadt. Später versuchte sie sich mehrfach als Moderatorin. Sie hatte eine eigene Web-Serie und schwitzte auf der Promi-Alm. Sie war Werbegesicht für M&Ms und Sixt. Sie vertrieb Sonnenbrillen und suchte im TV einen besten Freund. Sie zog sich für den Playboy aus und ins „Big Brother“-Haus ein. Sie ging zum Opernball und an den Ballermann.

Hier noch ein kleines Video für euch von Gina ! #teamginalisa #rtl #ibes #ginalisa #ibes2017

Ein von Gina-Lisa Lohfink (@ginalisa2309) gepostetes Video am


Sie sang, schauspielerte und war das Gesicht der Erotikmesse „Venus“. Sie wollte sich von einem Prinzen adoptieren lassen, dann aber doch nicht, und kochte fürs „Perfekte Promi-Dinner“. Sie liebte viele Männer und eine Frau (aber irgendwie nur aus Spaß). Sie prozessierte, geriet selbst mit dem Gesetz in Konflikt und beerdigte schließlich ihre Privatsphäre.


Und jetzt geht sie in den Dschungel. Hoch- oder Tiefpunkt einer beispiellosen Karriere in der Öffentlichkeit?

Kaum mehr zählbar sind die Male, die sich Gina-Lisa unters Messer legte. Ihr Körper - volltättowiert. Die Mimik starr, die Lippen spannen, der Busen droht zu platzen. 2008 wurde das fast bitterer Ernst: Nach einer Brustvergrößerung riss die Naht unter der Haut, Gina-Lisa verlor viel Blut. Not-OP.

Generell lief in all den Jahren vieles nicht so, wie es sich die Hessin vorstellte. 2008 tauchte ein Amateur-Porno-Video im Netz auf, das sie mit ihrem vormaligen Partner beim Sex zeigte. Millionenfach wurde der Clip runtergeladen, die Verbreitung war nicht zu stoppen. 2012 dann wieder ein Sex-Video mit Folgen. Gina-Lisa erstattete Anzeige gegen zwei Männer, ihr Vorwurf: Sie sei mit K.o.-Tropfen willenlos gemacht und danach vergewaltigt worden. Am Ende stand sie als Verliererin da: Im August 2016 wurde sie zu einer Geldstrafe in Höhe von 80 Tagessätzen à 250 Euro wegen falscher Verdächtigung verknackt.

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Ein von Gina-Lisa Lohfink (@ginalisa2309) gepostetes Foto am


Immer mit dabei: die Öffentlichkeit. Schwankend zwischen Faszination, Mitleid, Häme und Abscheu. Nach dem Urteil im August beerdigte Gina-Lisa im Rahmen einer Kunst-Performance theatralisch ihre Privatsphäre. Nur ein halbes Jahr später zieht sie ins RTL-Dschungelcamp - freiwillig. TV-Deutschland wird wieder hingucken. Und Gina-Lisas Privatsphäre wird nicht wieder auferstehen.