Hana Nitsche im Interview

„Nach GNTM war ich kurz vor der Magersucht!“

Daniela Garrasi, 02. Juni 2017

Vor zehn Jahren machte „GNTM“ Hana Nitsche (31) berühmt und ihre Modelkarriere begann. Dafür setzte sie sogar ihre Gesundheit aufs Spiel, wie sie STYLEBOOK.de erzählte. Heute ist sie glücklicher denn je.

Alles an dem Interviewtermin mit Hana Nitsche mutet irgendwie anders an: Die Location (wir schippern auf einem Boot auf dem Berliner Wannsee), ihre Premiere als Sängerin (das Model performt erstmals ihren Song „Love“), ihre Dankesrede (bei der sie den Tränen nahe vor Freude ist) an ihren Kunden „Lascana“, für dessen Bademoden-Kollektion sie nun wirbt — und auch unser Gespräch ist überraschend offen und weit weg von auswendig gelernten Antworten. Hana Nitsche wirkt mit sich im Reinen, gesteht aber auch, dass es ihr nach „Germany's Next Topmodel“ und dem Start ihrer Modelkarriere nicht immer so ging.

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STYLEBOOK: Du machst Werbung für Bikinis, bei denen man immer viel Haut zeigt. Was würdest du Frauen mit Cellulite sagen, die sich schämen, ihre Beine zu zeigen?
Hana Nitsche: „Der Körper verändert sich. In dieser medialen Welt, in der alles retuschiert wird, wird eine Scheinwahrheit dargestellt. Jeder hat irgendwas, womit er nicht zufrieden ist. Wenn man das als Stärke nutzt, ist das der gesündere Weg für die Seele.“

Du lebst in den USA, wo man schneller mal den Gang zum Schönheits-Doc wagt. Wäre das auch was für dich?
„Nein, aber ich möchte es jetzt auch nicht schlecht reden. So lange man das für sich macht, ist es okay. Aber wenn Jungs und Mädels anfangen, sich für andere zu verändern, finde ich das schade. Man sollte Respekt für sich und seinen Körper mitbringen und überlegen, ob das wirklich das Richtige ist.“

Wurde an deinem Aussehen auch schon mal rumgemäkelt?
„Klar, mir wurde gesagt: ‚Du hast Cellulite, du bist zu fett, solche Geschichten‘. Nur weil ich mal ein, zwei Kilo mehr drauf hatte und trotzdem noch schlank war. Dann wurde trotzdem an mir herumgenörgelt. Als ich in Mailand und Paris gelaufen bin, war ich super dünn und hatte eine Mini-Größe. Da war ich fast an der Magersucht dran, weil ich für mehrere Tage nichts mehr gegessen hatte und mich gequält habe. Selbst dann hat es geheißen, dass ich noch nicht dünn genug sei. Irgendwann möchte man das nicht mehr.“

 Wie hast du gemerkt, dass die Magersucht droht?
Klar, das ist mein Job und eine gewisse Zeit lang kann man das schon machen. Aber ich will auch mein Leben in vollen Zügen genießen können.“

Du singst jetzt und hast eine eigene Single rausgebracht. Stellst du das Modeln jetzt hinten an?
„Nicht unbedingt. Ich liebe das Modeln, es hat mir so viele Türen geöffnet. Ich möchte in Zukunft mit Kunden zusammenarbeiten, die mich wertschätzen — auch als Mensch. So, dass man zusammen eine positive Message an junge Mädels weitergeben kann und nicht für Sachen wirbt, hinter denen man nicht steht.“

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Kann man auf ein Album von dir hoffen?
„Ich muss mich erstmal stimmlich hinarbeiten, ich bin keine Mariah Carey. Ich brauche einfach mehr Sicherheit, weil ich noch ziemlich aufgeregt vor dem Singen bin. Für mich ist das neu. Beim Modeln drücke ich einen Knopf und dann mach ich meine Show. Beim Singen bin ich zerbrechlich und zeige meine Emotionen. Ich möchte es aber auf jeden Fall weitermachen, weil es mir seelisch gut tut. Dann fühle ich mich frei und happy.“

 
Dein Ex-Freund Russell Simmons und hat schon viele Künstler groß gemacht. Was hat er gesagt?
„Er hat es auch ganz lange nicht gewusst, weil ich es geheim gehalten habe und es ist nur rausgekommen, weil ein Video meines Gesangsunterrichts geleakt wurde. Jetzt unterstützt er mich voll, findet den Song toll und hat ihn auch in seinem Freundeskreis gezeigt. Wenn jemand was von Musik versteht, dann ist er das und das gibt mir Rückhalt. Ich finde es schön, dass wir so freundschaftlich miteinander umgehen können — auch wenn wir uns getrennt haben.“

Apropos: Wie sieht es denn in der Liebe aus?
„Im Moment liebe ich meinen Beruf. Natürlich gibt es besondere Menschen in meinem Leben, mit denen ich mehr Zeit verbringen will. Aber das war bisher schwierig, weil ich einfach so viel reise. Man sollte sich in einer Beziehung auch mehr öffnen können und sich Zeit nehmen. Das will ich auch, ich will ja nicht immer alleine bleiben.“
 

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